Wie kommt es dazu?
Diabetiker – insbesondere schlecht eingestellte - erleiden im Verlaufe ihrer Krankheit Durchblutungsstörungen an den Unterschenkeln und Füssen und ebenso Nervenstörungen, die sie Verletzungen oft nicht spüren lassen. Der Anfang eines Fußgeschwüres entsteht aber nicht nur durch Verletzungen, auch durch jahrelanges Tragen von ungeeignetem Schuhwerk entstehen Druckstellen, unter denen sich tiefe Geschwüre entwickeln können. Das Problem verschärft sich weiter durch die Tatsache, dass Menschen mit Diabetes oft in fortgeschrittenem Alter sind. Ihre Sehkraft und Beweglichkeit haben nachgelassen. In 30% aller Fälle werden Fußgeschwüre nicht vom Betroffenen selbst, sondern von Angehörigen oder vom Hausarzt entdeckt.
Doch auch Fachkräfte (Ärzte, Pflegedienste), die Diabetiker betreuen, achten noch nicht ausreichend und regelmäßig auf die Füße. Schon 1989 wurde von Experten gefordert, die Zahl der Amputationen durch bessere Vorbeugung und Behandlung mindestens zu halbieren. Diese Forderung ist in Deutschland bisher immer noch nicht flächendeckend erfüllt. Denn dazu ist eine abgestufte medizinische und pflegerische Behandlungsstruktur vom Hausarzt bis zur Spezialklinik erforderlich, die bislang in unserem Gesundheitswesen nur schwer zu verwirklichen war.

